Bierkommers


Der Bierkommers, welcher stets am Samstag nach dem Aschermittwoch stattfindet, ist nebst dem am gleichen Tag abgehaltenen Maskenball für viele hundert junge und alte Fasnächtler aus der ganzen Region der eigentliche Jahreshöhepunkt aller Feste. Ob Würdenträger, Muselmane oder Kameltreiber, jedes Hilariamitglied besucht die Anlässe mit dem orientalischen (entstaubten) Fez auf dem Kopfe. Hemd, (fleckenlose) Krawatte und Liederbuch sind ebenfalls Pflicht.

 

Zu diesem feierlichen Anlass im "Serail an der Schwarz" kommen die rund 600 Muselmanen aus der ganzen Region. Sie stammen aus allen Gesellschaftsschichten. Arbeiter und Unternehmer, Politiker und Künstler, alle sind gleichwertige Hilarianer und flechten freundschaftliche Banden, die weit über das fasnächtliche Treiben hinausgehen. Jedes Jahr wird ein Ehrengast aus Politik, Wirtschaft, Sport etc. zum Bierkommers eingeladen. Viele ehemalige Ehrengäste haben dem Kommers die Treue gehalten und pilgern seither zur Fasnachtszeit immer wieder nach Rüti, um dem Fest aller Feste beizuwohnen.


Mit Gesang eröffnet die Hilaria ihre Tagungen und Feste. Am Bierkommers, der Generalversammlung der Hilaria, werden von den geladenen Zünften und Gästen Tischreden gehalten. Der hohe Pascha als oberste Autorität hat seine Tischpräsidenten und Muselmanen mit Witz und Schlagfertigkeiten in Schranken zu halten. Die "Generalversammlung" ist natürlich eher eine geistreiche Verspottung der üblichen Vereinsversammlungen. Zwischen den Redeschlachten wird aus dem hauseigenen Hilaria-Liederbüchlein fröhlich gesungen und in studentischer Manier Bier getrunken. Der Bierkommers ist eine einzigartige Mischung von Satire, Witz, Humor, Gesang, Bühnenattraktionen und Redeschlachten mit Trinksitten und Tabus, welche die gesellschaftliche Fröhlichkeit der zur Tradition gewordenen Hilaria-Männerrunde bestimmen.


Der Pascha

Der Pascha ist die oberste Autorität und leitet den Bierkommers.

 

Ihm steht das Recht zu:

  • den Kommers zu eröffnen und zu schliessen;
  • Silentium zu gebieten;
  • für Ruhe und Ordnung zu sorgen (sorgen zu lassen);
  • die Anwesenden zu einem (auch vollen) Grossen zu verdonnern ("Rest weg");
  • die Korona zu Liedern und zu Produktionen aufzufordern.

Die Ehrenzeichen des Paschas sind ein besonders bestickter Kaftan und ein grösseres Kronratsabzeichen auf dem Fez.


Was man wissen muss

  • Der Bierkommers ist eine Veranstaltung, an der ausschliesslich Männer unter sich sind. Frauen haben keinen Zutritt in den Serail (auch nicht von der Presse). Ausgenommen sind die Hilarfezia und das Bühnenprogramm.
  • Der Bierkommers ist geprägt von der orientalischen Kultur des 19. Jh. und studentischer Trinksitten. Es geht weder um Religion noch um islamische Kultur, sondern um eine einzigartige Fasnachtstradition. Dies zeigt auch die Geschichte.
  • Als Teilnehmer des Bierkommers trägt man Hemd, Krawatte und Fez. Ausgenommen sind Mitglieder der eingeladenen Zünfte. Zum "Sackbefehl" gehören zudem die Eintrittskarte, das Liederbuch und (mit Vorteil) Biermarken. Am Aschermittwoch und vor dem Kommers können Fez, Sackbefehl, Abzeichen etc. gekauft werden. 
  • Die Aufnahme und der Ausschluss von Mitgliedern sowie die Vergabe von Plätzen ist alleinige Sache des Kronrats.
  • Wie man zu einem Sitzplatz am Bierkommers kommt, erfahren Sie hier.